so, also…
desilusioniert kamen wir in bundaberg an, im hinterkopf noch die verpasste gelegenheit durch die whitsundays zu segeln, und wurden vom busbahnhof abgeholt und zu unserem neuen hostel gefahren: dingo blue. die ankunft war ernuechternd: eine wellblech-barracke. unser zimmer war klein, die betten nahe am zusammenbrechen, die matratzen durchgelegen, der teppich so dreckig, dass man ohne schuhe nicht drauf laufen wollte, die bettwaesche hatte flecken, das fenster war kaputt, fingerdicker staub auf dem fensterbrett… und wir haben uns nur angeschaut und gedacht „oh mein lieber gott!“
weiter gings mit der besichtigung des hostels: die spuele in der kueche war vollgestopft mit essensresten, die arbeitsplatten versifft, der boden rutschig, und ein paar klapperige stuehle als „essbereich“ rund um assige holztische. das bad war wenig besser: haare im abfluss, dreckiger boden, eklige waschbecken, (sanitaere anlagen auf festivalgelaenden sind ein TRAUM dagegen!!) kurz gesagt: das hostel war der horror!
ein lichtblick war, dass die rezeptionsdame gleich fuer den naechsten tag arbeit fuer uns hatte. wir haben also die zaehne zusammengebissen und sind frueh ins bett gegangen, um am naechsten tag um 5 abfahrtsbereit im hof zu stehen.
auf gings zur farm. dort angekommen erfuhren wir, dass wir squaches pfluecken mussten… das sind kleine, gelbe gemueseteile, erinnern ein bisschen an zierkuerbisse, nur in apfelgroesse. die pflanzen waren in bodennaehe und sahen aus wie zucchinistauden – mit haarfeinen nadeln an den blaettern. wir machten uns an die arbeit, noch voll motiviert, und fuellten unsere ersten buckets, als wir auch schon merkten, dass es eine irrsinnig unergiebige arbeit ist. wir wurden nach eimern bezahlt (3 dollar per eimer), und in der stunde schaffte man 2 davon, weil die pflanzen schon total abgepflueckt waren. dazu kam, dass man die buesche mit den armen auf die seite druecken musste, um die fruechte zu sehen, und innerhalb kuerzester zeit hatten wir alle zerkratzte arme und beine und haende, teilweise blutig. kurz gesagt: auch das war der horror!
und dann nach hause in das assige hostel… uns hats gegraust! wir haben ueberlegt, die kueche zu desinfizieren, bevor wir kochen, aber… naja. wir haben es bei gruendlich spuelen belassen und eine dieser komischen fruechte in unsere hackfleisch-gemuesesosse geschnippelt, sozusagen als rache. (schmeckt … naja. hat eine konsistenz wie eine weiche zucchini und schmeckt nach gar nix… nur nach der sosse)
also haben wir uns auf die suche nach einer alternative gemacht – und schliesslich auch eine gefunden. ein anderes hostel, ein HOTEL im gegensatz zum dingo blue, aber sehr teuer. trotzdem haben wir gewechselt, so konnte man ja nicht leben! jetzt wohnen wir also im ‘cellblocks’, einem umgebauten polizei- bzw. gefaengnisgebaeude, mit pool und common-area, sauberen fussboeden, bequemen betten und freundlichen menschen.
und hier gibt es arbeit, die nach stunden bezahlt wird – wenn man verspricht, mindestens 4 wochen zu arbeiten. das haben wir getan (und 50 $ pfand bezahlt, damit wir auch ja nicht abhauen koennen!) und warten jetzt auf einen von den begehrten jobs: ’shedwork’, d.h. nicht direkt fruitpicking, sondern aussortieren. also nicht auf dem feld, sondern im ’shed’, kein bis-zum-boden-buecken, keinen sonnenbrand, keine stacheligen pflanzen, keine schweren eimer usw.
in der zwischenzeit aber, bis ein solcher job frei wird, stehen wir alle auf der ’standby-list’!!! was das genau heisst, haben wir dann heute auch gleich rausgefunden: morgens um 6 streckte einer der hostel-mitarbeiter seinen kopf in unser zimmer und rief: „charlotte, nadin, petra, wake up. you have to work.“ ein farmer hatte in der fruehe beim hostel angerufen und nochmal 7 leute mehr fuer den tag verlangt, und so fuhren wir also um halb 7 zum paprika-pfluecken. paprika ist nicht so schlimm wie squaches, da die pflanzen ein bisschen hoeher sind und auch nicht stacheln, und die paprika sieht man auch besser als die gelben kleinen scheissteile. allerdings haben wir auch nur 1 $ fuer einen eimer gekriegt, also war der stundenlohn auch nicht besser…. aber die arbeit war angenehmer, die farmer netter und die anderen fruitpicker auch immer gut aufgelegt. alles in allem war der tag also nicht so uebel (wenn man mal von der bezahlung absieht!).
fuer morgen stehen wir wieder auf der liste. und das ist ziemlich bloed, denn wir koennen so gut wie gar nicht planen… entweder er weckt uns zwischen 5 und 8 und faehrt uns irgendwohin um irgendwas zu irgendeinem preis zu pfluecken, oder wir schlafen aus, fruehstuecken und verbringen den tag am pool oder in der shopping-mall. diese taegliche ungewissheit haben wir jetzt halt, bis er einen permanenten job fuer uns findet. toll, was?