ein abschlussbericht?!

August 19, 2007

na, da ich doch so höflich darauf hingewiesen worden bin, dass ein abschlussbericht fehlt, werd ich das jetzt versuchen… aber was nur?

eine zusammenfassung der reise? schwierig… wie fasst man 6 monate in ein paar sätzen zusammen? zwischen himmelhochjauchzend und zu tode betrübt war alles dabei, genauso wie die schlimmste langeweile und der größte stress, tiefste verzweiflung und wunderschöne momente, in denen man die welt am liebsten anhalten würde; zeiten, in denen ich alles in frage gestellt habe und dann wieder augenblicke, in denen ich absolut sicher war, dass diese reise das beste war, was mir je passiert ist.
geht das als zusammenfassung durch? klingt wie der klappentext eines schundromans….

oder vielleicht etwas über meine ersten tage zuhause? das ist dann schon leichter: piraten der karibik NICHT angeschaut, die neue kaffeemaschine NICHT zerstört, den guten job NICHT gekriegt, meine traumwohnung NICHT gefunden. dafür schon umsonst und draußen und in der kantine gewesen, mit wein gedachterasst, im indoor-freiluftkino früher gestorben und länger tot gewesen und schliesslich mit fuß- und volleybällen trainiert.

mhm, vielleicht ja auch ein zukunftsausblick? ja, da freue ich mich, ihnen mitteilen zu dürfen, dass ich ab 01.09.2007 in augsburg arbeiten werde; wo, das kann ich noch nicht genau sagen, da ich als springer für die filialen eingeteilt bin. was ich allerdings schon genau weiß, ist, dass dieser job für mich am 31.12.2007 endet, da ich ganz sicher nicht mehr zeit am schalter verbringen werde. des weiteren hoffe ich, in diesen 4 monaten genug geld zu verdienen, um eine weitere reise zu unternehmen, am liebesten nach südamerika (oder südostasien) – vorausgesetzt, keine unvorhergesehenen ereignisse halten mich davon ab.

ein abschlussbericht?! na, ich schätze, das tut’s, oder, mr. D.? … bis bald!!
home, sweet home

PS: dienstag grillen wir bei mir, fleisch bitte selber mitbringen u evtl. was zu trinken! und vielleicht vorher kurz anrufen, wenn ihr kommt… cu!


singapur

August 10, 2007

schwuel, heiss, drueckend, schwuel, schwuel, …
ich bin gestern nacht (halb 1) am flughafen angekommen, und es war schwuel. kaum auszuhalten. und daran hat sich bis jetzt nichts geaendert! den rest der 1. nacht hab ich am flughafen verbracht, und jetzt bin ich in einem hostel. zum ersten mal kann ich alex garland alias richard vollstens verstehen: heiss, abgefacktes hostel, dreckig, laut, essen ueberall, voll, menschenmenschenmenschen, heiss, heiss, heiss – und kein ende in sicht! bin ja mal gespannt, ob ich spaeter endlich schlafen kann, muede genug waere ich ja. keine ahnung. und selbst wenn – ich schaetze, wenn ich aufwache, bin ich durchgegart oder in der dampfwaesche zusammengeschrumpft.
singapur beschreiben…. naja. entschuldigung, wenn ich mich wiederhole, aber das gravierendste merkmal ist die schwuele. es fuehlt sich an, als waere die luft zu schwer, zu fluessig zum atmen, und jedes mal, wenn man verzweifelt nach luft schnappen will, ist es doch wieder nur ein mund voll feuchtigkeit. ihr wisst schon, so ein wetter, dass man am liebsten irgendwo im haus verbringt, am besten im keller, wo es KUEHL ist. und man BETET, dass das erloesende gewitter endlich kommt, die luft reinwaescht. der unterschied ist nur, dass es hier weder einen kuehlen keller gibt noch ein gewitter!
ansonten ist singapur wirklich, wie man sich asien so vorstellt: laut. voll. eng.
shoppingmall an shppingmall – und zwar nicht nur eine oder zwei, sondern VIELE! man geht aus einer raus, dann hat man schon die naechsten 3 eingaenge zur auswahl! shopping ist das inoffizielle hobby der singapurer und aller touristen. mittlerweile weiss ich auch, wieso: das liegt naemlich nur zum TEIL an den billigen preisen! es ist ganz einfach so, dass die malls die einzigen orte sind, an denen man sich aufhalten kann – alle einkaufszentren sind klimatisiert!!! man wird hier also praktisch gezwungen, einzukaufen, um nicht an der hitze zu sterben.
leider kann ich keine fotos machen, meine kamera ist irgendwie… ich hoffe mal nicht… kaputt? vielleicht muss ich sie nur mal wieder laden (nach 1.458 ayers-rock-bildern), aber die steckdosen hier haben alle ein loch zu viel – ob das wohl auch an der hitze liegt? ventilationsloch?

…aber es sind ja nur noch… 28? … stunden, die halt ich hier auch noch aus. bis naechste woche ;-)


der kreis schliesst sich

August 8, 2007

vor zwei tagen bin ich also wieder in melbourne angekommen.

melbourne hat mir gut gefallen, als ich das erste mal hier war, aber jetzt muss ich sagen: es ist eine traumstadt. wirklich! die menschen sind unheimlich nett und hilfsbereit, die innenstadt ist lebendig, viele kleine cafes und bars versteckt in den seitenstrassen, aus den laeden kommt gute musik (endlich kein bauernrave mehr wie ueberall seit brisbane!), parks und brunnen ueberall…

leider hat mich jetzt doch in meinen letzten tagen der winter eingeholt, und ich hab mir ne erkaeltung eingefangen. ja, es ist kalt hier! meine nase laeuft, mein kopf tut weh und ich bin unheimlich schlapp und zittrig – genau SO hab ich mir das vorgestellt. trotzdem hatte ich glueck im unglueck, mein hostel ist naemlich wirklich dafuer gemacht, den winter dort zu verbringen: die nunnery! heiligenbilder und marienfiguren in einem uralten, superstylischen haus, breite holztreppen, nischen, spiegel, schwere teppiche, kronleuchter. gemuetliche lounge mit offenem kaminfeuer und ledercouchen, weichen kissen, kostenlosem tee, kaffee und KABA. saubere, kleine kueche, muesli und semmeln und selbstgemachte jam zum fruehstueck. die angestellten nennen sich selbst „die schwestern“, und bruder francis ist die letzen 2 abende auf meinem schoss in der lounge gelegen und hat sich streicheln lassen.

und da ich ja jetzt am ende meiner reise bin, sag ich doch mal ein dickes DANKE!
da sind so ein paar kleine dinge, die mich ueberallhin begleitet haben… danke fuer die zwei steine, die bei wichtigen entscheidungen helfen – ich hab sie zwar nie gebraucht, aber der gedanke an sich war troestend (und eines der wohl am symboltraechtigsten geschenke, die ich je gekriegt hab!). danke auch fuer den herzstein – jeder, der ihn zufaellig gesehen hat, hat ihn neidisch bewundert. das armband mit der wunschholzperle, das ich gegen alle wahrscheinlichkeiten immer noch habe! hey, und der powerriegel (den ich natuerlich schon lange gegessen hab und der seinen zweck sehr wohl erfuellt hat!) wow, danke fuer das taschenmesser! ohne das waere ich wirklich oft aufgeschmissen gewesen! …fuer das „first aid“-kit, obwohl es manchmal bei anwendung eher mehr wunden aufgerissen als zugeklebt hat.
vielen dank fuer viele emails, nette gaestebucheintraege (und fotokritiken), fuer haeufige icq-sessions (fuer manche von euch mitten in der nacht) und skype-“dialoge“ und die vielen versprechungen, dass ich auch nach 6 monaten zuhause durchaus noch willkommen bin! (kitschig, ich weiss. aber all das zusammen hat mich wohl vor allzugrossen heimweh-anfaellen bewahrt!)
bis bald!


ab in die mitte

August 2, 2007

surfers paradise

war sehr schoen. brad und mark haben ein apartment gemietet, und zusammen mit charlotte hab ich ein paar tage bei denen gewohnt. neben einem ausgiebigen stadtbummel und einem besuch in einem riesenshoppingmalldorfstadt (RIESIG!), haben wir auch einen ausflug nach byron bay und nimbin gemacht.
am naechsten morgen (aufstehen um 05:00 uhr) hat charlotte mich dann zum flughafen gefahren, und dann gings nach…

alice springs

mittags dort angekommen, hab ich den restlichen tag auf erkundungstour in der stadt verbracht, aber… es ist nicht wirklich viel zu alice springssehen. alice springs ist winzig. auf meinem weg zurueck zum hostel war dann auf einmal ein huegel im weg, und als ich mich aufmachte, diesen zu erklimmen, wurde ich mit einem spektakulaeren sonnenuntergang belohnt.
am naechsten morgen (aufstehen um 05:00) startete die 3-tages-camping-wandertour ins rote herz, zuerst zum

kings canyon

wow. viel wandern, viel „treppen“steigen, aber… wahnsinnig schoen. leider sind die fotos nicht mal halb so eindrucksvoll wie die realitaet. mitten in dem canyon gibt es waterholes, umgeben von palmen – gennant der garten eden. wuerde man nicht fuer moeglich halten, wenn man die bergformation von aussen sieht. dort haben wir dann eine kurze pause eingelegt und gebadet (eiskalt! brr!), und dann sind wir zu unserem campingspot gefahren. unterwegs, passend zum mondaufgang, haben wir einen kurzen stop eingelegt und feuerholz gesammelt. an der final destination fuer den ersten tag angekommen, haben wir die swags ausgerollt und ein feuerchen gemacht, toepfe draufgestellt und ein festmahl gekocht!
am naechsten morgen (aufstehen um 05:15) ging es dann richtung

kata tjuta und uluru

die olgasvor dem eigentlichen hoehepunkt der reise haben wir noch bei den olgas (kata tjuta) einen stop eingelegt. die olgas sind ungefaehr gleichzeitig mit ayers rock entstanden, als ein anderes, uraltes, riesengrosses gebirge langsam zerfallen ist und flussabwaerts getragen wurde.
wieder eine wanderung, stop im culural center, und dann endlich! weiter zum ayers rock. ihr wusstet wahrscheinlich, dass es kein richtiges gebirge ist, sondern nur ein grosser stein, aber wusstet ihr auch, dass die vertikalen linien eigentlich sedimentschichten sind? dieser „stein“ hat sich ueber die jahrtausende um 90 Grad gedreht… schwer zu glauben, hm? ich habe bestimmt tausende von fotos gemacht… einfach beeindruckend. wir sind halb um den berg rumgelaufen, haben dann am parkplatz auf den sonnenuntergang gewartet. als wir schliesslich abgefahren sind, hat der ganze bus (auf scotts wunsch) „we are the campions“ mitgegroelt, und alle anderen „normalen“ tourbusinsassen haben uns verwirrt nachgeschaut.
am naechsten morgen (aufstehen um 05:30) ging es dann nochmal zum ayers rock, um ihn auch im sonnenaufgangslicht zu ayers rocksehen (WOW!), dann sind wir nochmal am fuss entlanggelaufen, diesmal hat uns scott dreamtime-stories erzaehlt. jede steinformation, jede schattierung und hoehle hat eine eigene entstehungsgeschichte, leider kennen wir nur sehr wenige davon – diese geschichten sind heilig. genauso wie der berg selbst uebrigens (was aber an diesem morgen einige leute nicht davon abgehalten hat, den berg trotzdem zu besteigen).
schliesslich haben wir uns in den bus gesetzt und sind wieder nach alice springs geduest, haben ein bisschen gefeiert und sind dann erleichtert in richtige betten gefallen. (wobei ich anfuegen muss, dass die swags (=eine mischung aus schlafsack und zelt mit eingebauter isomatte) sehr warm und komfortabel waren)

oh ja, tierchen haben wir gesehen: neben viiieeelen fliegen und ameisen war da ein emu an der tankstelle, kamele auf der farm, ein zamer dingo und kaenguruhs am strassenrand – sowie ein paar wildpferde.

fotos vom trip gibts wie immer hier

alice springs

heute haben wir den tag dann sehr chillig begonnen – botanischer garten und dann im schatten vor den royal flying doctors australia im gras gelegen und entspannt. irgendwie waren wir wie die 10 negerlein – so ungefaehr jede stunde ist einer von unserer (sowieso schon geschmolzenen) ayers-rock-familie verschwunden, um wegzufliegen oder -fahren. jetzt sind noch jess, joyce, jill und ich uebrig, und wir alle bleiben noch bis samstag.