great-ocean-road-grampians-trip

so, jetzt knacke ich noch mal in gedanken mit meinen fingern, bevor ich mich daran mache, den monsterbericht zu tippen…

der van

freitag, 02.03.2007:
sven und ich haben uns entschieden, uns einen “wicked-van” zu mieten, um die great ocean road auf eigene faust zu entdecken. uebers internet war der van auch schnell gebucht, leider liess die angekuendigte bestaetigungsmail auf sich warten. also haben wir angerufen. bandansage von einer unverbindlichen frauenstimme:
…wenn sie einen wicked-campervan fuer australien mieten wollen, druecken sie die 1.
…wenn sie einen wicked-campervan fuer neuseeland mieten wollen, druecken sie die 2.
…(die stimme aendert sich …)wenn sie ein heisses und unverbindliches sexuelles abenteuer haben wollen, dann waehlen sie bitte meine privatnummer.
…(die stimme wird wieder normal) wenn sie ihre buchung aendern oder verlaengern wollen, druecken sie die 4.
mhm. nachdem wir die erste ueberraschung ueberwunden hatten, war auch schon ein menschliches wesen am telefon und hat uns die buchung fuer montag bestaetigt.
gleich am abend haben wir dann noch im courtyard verena kennengelernt, eine deutsche semesterferien-reisende aus lueneburg.

und am montag gings los. wicked-vans sind sehr bekannt unter den backpackern in australien. sie sind bemalt, jeder hat einen der van
spruch auf der hintertuer. unserer hatte einen bunten adler und das motto “kick me, bite me, hit me, fuck me - i’m yours”. wir haben aber auch andere gesehen, z.b. mit spongebob oder flowerpower-blumen bemalt, einer hatte das motte “don’t assume i”m not into cheap meaningless sex”, der naechster hatte figuren aus einem “gorillaz”-video auf der seite… wicked-vans haben hohen wiedererkennungswert hier in oz (man hupt sich auch gegenseitig auf der strasse an und veranstaltet freudengeheul, wenn man einen anderen wicked auf dem campingplatz trifft).

der bells-beach

montag, 05.03.2007:
so also sind wir mit unserem neuen zuhause gestartet. das erste ziel war bells beach… zuvor stand uns noch ein grundnahrungsmittel-einkauf und ein tankstopp bevor.
an einer aussichtsplatform in torquay haben wir dann schliesslich angehalten und den beruehmten strand unter uns liegen sehen, outlet-stores von ripcurl und quicksilver nur ein paar hundert meter von uns entfernt.
da es dann so langsam anfing zu daemmern, mussten wir wohl oder uebel ein nachtquartier suchen… das wir dann in form eines verlassenen parkplatzes nahe eines aboriginal-heritage-walks auch fanden. diese erste nacht war SEHR gruselig; ich hab kaum geschlafen, da ich immer angst hatte, jemand wuerde auf einmal ans fenster klopfen und uns verjagen oder die kaenguruhs wuerden uns fressen oder der teufel uns holen oder wir wuerden schlicht und einfach morgen inmitten von touris aufwachen. aber nichts von alledem geschah.

great ocean road

die great ocean road1

dienstag, 06.03.2007:
obwohl wir schon am vortag ein bisschen auf der GOR gefahren waren, ginb es erst heute so richtig los. die strasse ging ganz nahe ander kueste entlang, der strand neben uns, dann der blaue ocean, wellenrauschen; berge oder bewaldete ebenen auf der anderen seite, kleine kuestenstaedchen und hier und da mal ein auto. so ging es weiter bis lorne.

die erskine-waterfalls

in lorne sind wir dann von der GOR abgefahren, um uns auf ins inland zu machen, laut lonely planet gaebe es da einen tollen wasserfall. also ca. 10km landinwaerts, raus aus dem van und rein in den regenwald… actually ist es ein “dry rainforest” (es gibt auch noch mittlere und nasse regenwaelder, aber nicht in victoria), mit farnen, palmen, gum trees usw.
der wasserfall an sich war zwar sehr schoen, aber leider fast trocken - hier herrscht ueberall wasserknappheit. viel interessanter fuer uns war den der bushwalking-track, der sich am bzw. im baechlein entlangschlaengelte… superschoen!!!
nach knapp 2 stunden regenwald-tour sind wir noch zu teddys lookout, um uns den panoramablick zu gemuete zu fuehren.

die johanna

wiederum haben wir nach einem wunderschoenen tag einen schlafplatz gesucht, und sind von einem freundlichen australier darauf aufmerksam gemacht worden, dass es in red johanna (blue johanna lag nur ein paar km daneben) eine free campingsite gibt. nach ein bisschen rumfahren in der pampa lauft auf einmal seelenruhig vor uns ein koala ueber die strasse! ich (ICH bin gefahren! automatik! links! und im van!) hab gebremst, wollte anhalten, aber dann war auch schon gleich ein touribus mitsamt ihm folgenden autos hinter uns, also musst ich weiterfahren. den koala hat das nicht gestoert, er hat sich einfach auf die gegenfahrbahn gesetzt und uns neugierig angeglotzt… auch ein paar papageien sind ab und zu aufgeflogen, richtige schoene: roter bauch, lila/blau schillernde fluegel.
dann hiess es: nix wie hin zum nachtlager! die campingsite enpuppte sich als kleine wiese, direkt hinter einem huegelchen am strand. eine handvoll leute waren schon da, und wir haben uns dazugesellt, gekocht, gegessen, den sonnenuntergang am strand bewundert.

die great ocean road2

12 apostles
mittwoch, 07.03.2007:
am naechsten morgen stand dann der rest der great ocean road an. war die strasse bis jetzt eine kuestenstrasse direkt am wasser, so ging es nun auf den klippen weiter, das meer unter uns. wir haben uns (mit hundertachtundneunzigtausenddreihundertvierundzwanzig anderen touristen) die major attractions angeschaut, wie z.b. die 12 apostles, the london bridge oder the arch.
der nachmittagsstop war port campbell. eigentlich ist es nur ein oertchen, nicht der rede wert - aber ich war von anfang an total gefangen von der atmosphaere. port campbell hat eine eigene kleine natuerliche bucht, einen kleinen strand, eine wiese davor und dann eine kleine strasse. es gibt 2 take-away-food-stores, einen hamburger und einen seafood. dazu kommen 2 oder 3 surfshops, eine bar mit hoelzerner veranda am strand und der fischerei-hafen-staedchen-charme ist perfekt. ich kanns nicht beschreiben, aber es war wunderschoen.
abends haben wir dann in port fairy gehalten, und uns den luxus eines kostenpflichtigen campingplatzes mit duschen, toiletten, kueche und trinkwasser gegoennt. auch hier wieder: papageien. diesmal weisse bzw. weiss-gelbe. und die machen krach! bei uns zuhause zwitschern die voegel, hier kreischen sie nur!

die grampians

donnerstag, 08.03.2007:
ausgeruht und wieder frisch haben wir uns aufgemacht, den grampians-nationalpark zu erkunden. das erste highlight gleich auf dem hinweg: ein kaenguruh. sass einfach am strassenrand. wir haben gehalten und ich habs fotographiert. dann wollt ich mit ihm reden, aber anscheinend versteht es kein deutsch - es ist abgehauen.
der grampians-nationalpark ist …. naja. irgendwie schwer zu beschreiben. auf jeden fall ist er beeindruckend. letztes jahr wuetete phoenix hier ein grosses buschfeuer, hat weite teile der vegetation zerstoert, und das sieht man auch heute noch. allerdings ist das hier wie mit dem phoenix aus der asche: der grossteil der baeume hat zwar verbrannte staemme, aber aus diesem verkohlten, schwarzen holz spriessen ueberall neue gruene triebe.
nachmittags sind wir zu den balkonies (oder jaws of death, wie sie auch heissen) gelaufen, haben ein paar panorama-photos geschossen und uns dann aufgemacht, zu unserem plaetzchen fuer diese nacht zu fahren - ein zeltplatz im nationalpark.

die campingsite mit aboriginal arts

und es war nicht nur ein zeltplatz! natuerlich hat es uns einen kleinen beitrag gekostet, im nationalpark uerbernachten zu koennen, aber das wollten wir uns auf keinen fall entgehen lassen. gottseidank nicht! hoert euch das einmal an: nahe des campinggrounds gab es einen ‘aboriginal shelter’ mit wandmalereien. wir haben unseren van abgestellt, sind da hingelaufen (waren aber eher enttaeuscht) und als wir zurueckkommen, sitzt neben unserem van ein kaenguruh. es war ziemlich frech - und neugierig. es hat uns aus sicherem abstand den ganzen abend beobachtet.
als es dann endlich zeit zu schlafen war und wir uns in den van verdrueckt haben, war es weg. aber… in der frueh sind wir frühstück mit känguruhaufgestanden, haben unser fruehstueck gerichtet, haben ruehreier auf dem gaskocher gemacht, und auf einmal sitzt es wieder da! und als es gemerkt hat, dass uns im moment unser fruehstueck sehr viel wichtiger ist, ist es dreist geworden und naeher gekommen… bis es an der eierpfanne angekommen war uns die reste fressen wollte! dann haben wir es allerdings weggejagt, wer weiss schon, ob ihm das bekommt?

die mackenzie-waterfalls

freitag, 09.03.2007:
nach unserem fruehstueck mit kaenguruh sind wir zur eigentlichen attraktion des grampians NP gefahren, den mackenzie-waterfalls. stufen, stufen, stufen ueber stufen runter - aber es hat sich gelohnt. schaut euch nur mal die bilder an. …und dann die ganzen treppen wieder hoch, oh mann. mackenzie
das wars dann auch schon, wir wollten uns auf den heimweg machen, um nicht am samstag frueh noch 250km fahren zu muessen, und dann…

der verrueckteste abend ever

… haben wir wieder einmal einen platz zum schlafen gesucht. auf einmal halten 3 australier neben uns, ob sie uns denn helfen koennen? campingsite? nein, hier nicht, aber sie kennen ein plaetzchen ca. 8km von hier, wie fuer uns geschaffen. wir sollen ihnen nachfahren. …was wir dann (mit etwas mulmigem gefuehl) auch getan haben. die australier haben uns ueber schotterpisten und schlagloecher mitten ins nirgendwo gelotst, nur um festzustellen, dass der (ehemalige crossstrecken-)parkplatz mit einer schranke abgesperrt ist. “no worries” sagte einer von ihnen, und fuhr kurzerhand mit seinem jeep gegen den zaun, bis er am boden lag. dann haben wir unter einem gum tree geparkt, die jungs haben noch ein paar bierchen getrunken und sich dann 3 stunden spaeter aufgemacht, um noch ein paar hasen zu schiessen (das ist hier wohl so eine art volkssport) und der “missus” des aeltesten vorbeizubringen, die ihnen dann die rabbits mit wine und garlic kocht. strange.
ehrlich gesagt, haben wir aufgeatmet, als sie weg waren, obwohl wir sie noch 15min spaeter haben schiessen hoeren.
am naechsten morgen sind wir auch schon superfrueh aufgestanden und abgehauen, OHNE zu fruehstuecken (man stelle sich das mal vor!)

die rueckkehr zur zivilisation

samstag, 10.03.2007:
um kurz vor 9 waren wir dann wieder in melbourne, haben unsere sachen aus dem van gepackt, saubergemacht, schluessel zurueckgegeben und sind ins hostel gefahren. gottseidank war noch ein bettchen frei - hier ist gerade highlife wegen formel 1. sven und ich haben also wieder im cooees eingecheckt (verena hatte schon woanders was gebucht), und wie es der zufall so will, war am abend party angesagt: das hostel wurde ein jahr alt! gutes timing, wuerde ich sagen. dann haben wir uns im cooees in die kueche gesetzt und erst mal ausgiebig gefruehstueckt/gebruncht, geduscht, gechillt, und dann war auch schon partyzeit. unseren gelungenen trip haben wir mit 4l goon ausgiebig begossen (und bevor sich jetzt jeder fragt, was zum teufel ‘goon’ ist und ob das wohl schmeckt; die freie uebersetzung von ‘goon’ ist wohl ‘fusel’ und nein - es schmeckt nicht. aber es ist recht billig, und deswegen trinkt so gut wie jeder hier diesen billigen wein.) und uns gegenseitig gratuliert, wieder unversehrt in der zivilisation angekommen zu sein.

Eine Antwort zu “great-ocean-road-grampians-trip”

  1. christoph sagt:

    einfach nur: wow, neid, wow…

Eine Antwort hinterlassen